Kaffeebohnen gehören in den Kühlschrank! …?

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Eine kleine Anleitung, auf was man beim Kauf achten sollte, woran man gute Qualität der Bohnen erkennen und wie man diese zuhause Lagern kann.

Kaffeebohnen kaufen

Vor dem Kauf ist es relativ schwer bis unmöglich, die Qualität der Bohne an sich zu erkennen.

Folgende Anhaltspunkte lassen jedoch darauf schließen, dass sich der Produzent etwas eingehender mit der Qualität seines Produktes auseinander gesetzt hat:

  • Der Kaffee ist in einer Verpackung mit Aroma-Ventil. Dieses ermöglicht dem Kaffee auszugasen, lässt aber keine Luft an den Kaffee (später mehr dazu).
  • Das Röstdatum wird angegeben. Kaffee sollte idealerweise um einem Zeitraum zwischen 1 bis maximal 12 Wochen nach dem Rösten konsumiert werden.
  • Die Herkunft bzw. Region wird angegeben. Wie bei Wein bringen verschiedene Regionen unterschiedliche Aromen zum Vorschein.
  • Der Kaffee kostet mehr wie 5€/kg. Ja, Qualität kostet. Auch bei Kaffee.

 

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Qualität erkennen

Hat man die Bohne des Vertrauens in seinen Besitz gebracht, kann man sich nun an die Bewertung machen.

Wie relativ schnell und einfach festzustellen ist, gibt es bei Kaffee gravierende Qualitätsunterschiede. Teilweise sind diese nicht gleich offensichtlich, andere hingegen kann selbst der Leihe sofort erkennen.

Vor dem Rösten sind Fehler in und an der Bohne im Allgemeinen leichter zu erkennen. Je dunkler die Bohne geröstet ist, desto schwieriger wird es, die Qualität zu benennen. Sowohl visuell, als auch gustatorisch.

Es gibt kein einheitliches System zur Klassifizierung der Bohnen. Dieses variiert von Land zu Land. Der Vorgang ist aber meistens der Gleiche.

In der Regel wird eine Probe von 100-300 Gramm des fertig aufbereiteten Kaffees auf fehlerhafte Bohnen untersucht. Die Fehler werden unterschiedlich stark bewertet, wobei es für Fremdkörper im Rohkaffee, wie Steine oder Zweige die stärksten Abzüge gibt. Die Anzahl der Defekte wird dann addiert und der Kaffee somit Klassifiziert. Eine der geläufigsten ist die brasilianische Klassifikation, in welcher die Bohnen mit Terminus „Typ“ bezeichnet wird, wobei aufsteigen Typ 2 (bis 4 Defekte) die hochwertigste Stufe und Typ 8 (360+ Defekte) die minderwertigste Stufe darstellt.

Zuhause kann man die Qualität zumindest grundlegend überprüfen, indem man die gekaufte Packung auf folgendes kontrolliert:

  • Bei sortenreinem Kaffee sollten die Bohnen alle die gleiche Größe aufweisen. Ist das nicht der Fall, rösten die Bohnen ungleichmäßig, was dazu führt, dass die Bohnen teilweise über- bzw. unteröstet sind. Bei einem Blend, also einer Mischung verschiedener Bohnen, ist das nicht pauschal festzulegen, da die Bohnen oft separat von einander geröstet und erst im Anschluss vermischt werden.
  • Anschließend daran, sollte man prüfen, ob das Röstbild gleichmäßig ist. Das heißt alle Bohnen sollten in etwa die gleiche Farbe aufweisen. Ist das nicht der Fall, deutet das ebenfalls auf eine ungleichmäßige Röstung hin.
  • Die Bohnen sollten keine augenscheinlichen Beschädigungen aufweisen. Löcher in der Bohne = Insektenbefall – nicht gut. Zerbrochene Bohnen – auch nicht gut. Schimmlige Bohnen – gar nicht gut!
  • Die Bohnen sollten ein gleichmäßiges Äußeres aufweisen, dass heißt es sollten keine deformierten Bohnen, oder „leere Hüllen“ mit dabei sein.

Es ist auch bei hochwertigem Kaffee möglich, dass sich mal ein falsches Böhnchen mit einschleicht. Je besser die Qualität, desto weniger sollte man jedoch davon finden.

Es gibt Kaffee-Enthusiasten die vor dem Genuss jeden Ihrer Kaffees nochmals kontrollieren und manuell Sortieren. Um sich diese Zeit nehmen zu wollen, muss man seinen Kaffee aber schon sehr lieben.

Ob Arabica oder Robusta ist, wie fälschlicherweise oft angenommen, keine Aussage über die Qualität der Bohne. Hierbei handelt es sich um zwei unterschiedliche Sorten Kaffee, die sich stark im Geschmack unterscheiden. Wobei die Arabica anspruchsvoller und vielseitiger im Aroma ist.

Es gibt jedoch sehr guten Robusta Kaffee und grauenhaften Arabica. Daher ist ein 100% Arabica nicht unbedingt gut und ein Kaffee mit Robustaanteil oder sogar ein 100% Robusta Kaffee nicht unbedingt schlecht.

Das wäre so, als würde man Wein mit Bier vergleichen und sagen, Bier ist von minderer Qualität, weil die Aromenvielfalt nicht so groß wie bei Wein ist. Gerade in Bayern dürfte man mit einer solchen Aussage auf reichlich wenig Gegenliebe stoßen.

Am Ende des Tages eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Lagerung

Kaffeebohnen gehören in den Kühlschrank! Vorausgesetzt, man möchte seinen Kühlschrank von unangenehmen Gerüchen befreien und mit diesen seinen Kaffee aromatisieren. Wer also auf Gouda in der Kaffeetasse steht, sollte genau das machen!

Allen anderen rate ich jedoch, tunlichst davon Abstand zu nehmen.

Kaffee ist hygroskopisch, was bedeutet, dass er Feuchtigkeit und somit auch Gerüche aus seiner Umgebung anzieht und aufnimmt. Demnach hat er in Kühlschränken nichts verloren.

Stattdessen sollte man ihn am besten in seiner wiederverschließbaren Aromatüte belassen und an einen trockenen, kühlen und lichtgeschützten Ort stellen. Im Küchenschrank, um konkret zu werden.

Wenn möglich sollte Kaffee immer als Bohne gelagert werden. Gemahlener Kaffee hat eine um vielfach vergrößerte Oberfläche als die Bohne und verliert dadurch extrem schnell an Aroma. An der Luft hat er bereits nach 20 Minuten einen nicht unbeträchtlichen Teil seiner Aromen eingebüßt.

Haltbarkeit

Wie alle Lebensmittel, ist auch Kaffee nur begrenzt haltbar.

Er verdirbt bei zu langer Lagerzeit zwar nicht direkt, verliert aber einen Großteil seiner Aromen, wird ranzig und entwickelt unangenehme Geschmacksnoten bis hin zur Ungenießbarkeit.

Als Bohne und richtig gelagert kann er 2-3 Monate aufbewahrt werden, wobei auch in dieser Zeitspanne die Qualität konstant abnehmen wird, jedoch in einem vertretbaren Maß.

Im gemahlenen Zustand sollte er innerhalb von wenigen Tagen verbraucht werden. Je eher, desto besser.

Vakuumieren dient dem Qualitätserhalt nur bedingt, da hierdurch die Ausgasung nicht gewährleistet wird und der Kaffee seine Aromen somit nicht ordentlich entwickeln kann. Ist der Kaffee zu frisch, droht einem der Vakuumbeutel sogar um die Ohren zu fliegen.

Warum? Direkt nach dem Rösten ist er noch nicht einsatzbereit. Durch den Röstvorgang, werden chemische Prozesse in Gang gesetzt, die dafür sorgen, dass der Kaffee nach dem Rösten CO2 ausgast. Dieser Prozess führt dazu, dass der gemahlene Kaffee in Kontakt mit heißem Wasser sehr stark sprudelt. Dadurch kommt das Wasser nicht an den Kaffee, was zu einem unterextrahierten Ergebnis führt. Je nach Sorte und Röstung sollte man dem Kaffee 3-10 Tage zeit geben um auszugasen und sein Aroma voll entwickeln zu können.

Somit ergibt sich ein ungefähres Zeitfenster vom 7ten Tag an bis hin zu 3 Monaten.

Nun sollten auch 2 Dinge klar sein:

  1. Das Röstdatum auf der Verpackung ist immer von Interesse.
  2. Geräte, die Rohkaffee á la minute rösten, malen und aufbrühen sind nichts weiter als ein neuer Marketing-Gag findiger „Ich-hab-was-mit-Medien-studiert“-Spezialisten.

Für den Fall, dass man schon im Voraus weiß, dass die 5 Kilo Kaffee die man im Rausch der Begeisterung beim letzten Kaffee-Haus-Besuch gekauft hat, definitiv länger ausreichen werden wie 3 Monate, bleibt noch eine Notoption.

Man friert die Kaffeebohnen ein.

Somit lassen sich die Aromen nochmals um einiges länger konservieren. Hierbei sollte man aber unbedingt darauf achten, die Bohnen im gefrorenen Zustand zu mahlen und nur die Menge zu entnehmen, die man braucht. Sobald der Kaffee auftaut, hat man nämlich, wie bei einer eiskalten Dose Coca Cola, wieder das unliebsame Problem mit der Feuchtigkeit und kann den aufgetauten Kaffee getrost dem Biomüll zuführen.

Somit sollten die Grundlagen zum erkennen eines guten Kaffees vorhanden sein und der nächste Einkauf etwas leichter fallen. Dann viel Spaß beim shoppen und Kaffee trinken!

 

 

(Nitro) Kaffee Limo

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Wenn die Temperatur um einen herum steigt, freut man sich, wenn sie im Glas zum Ausgleich sinkt. Eine eiskalte, erfrischende Limonade ist an heißen Tagen daher oft lieber gesehen, als ein dampfender Brühkaffee.

Wer aber dennoch einen kleinen Koffein-Schub braucht und etwas anderes als Coldbrew trinken möchte, der sollte es unbedingt mit einer Nitro Kaffee Limo probieren! Eine geschmeidige Kombination aus Filterkaffee Zitronensaft und Holunderblütensirup. Funktioniert nicht? Aber hallo!

Wer sich die Mühe nicht selbst machen möchte, kann gerne bei uns im Café vorbeikommen. Für alle anderen folgt hier das Rezept.

Als Basis dient ein fruchtiger Iced Brew.

Hierfür wird der Kaffee der Wahl direkt auf Eiswürfel, oder noch besser, zerschlagenem Eis gebrüht. Das hat den Effekt, dass der oxidative Prozess, dem der Kaffee nach dem brühen ausgesetzt ist, durch das Herunterkühlen verlangsamt wird und der Kaffee dadurch seine Spritzigkeit behält. Demnach sei erwähnt, dass der Kaffee, der seit morgens um 8:00 Uhr auf dem Herd steht und mittlerweile kalt ist nicht geeignet ist. Es sei denn man steht auf bitteren, abgestandenen Filterkaffee.

Der Kaffee

Ich habe mich in diesem Fall für einen hell gerösteten Kenianischen Kaffee entschieden.

Um einen Liter Kaffee zu produzieren benötigt man:

  • 60 Gramm Kaffee, grob gemahlen (in etwa die Größe von Quinoa)
  • 750 gr/ml Wasser mit 94°C, optimalerweise gefiltert
  • 250 gr/ml Eis
  • Kaffeefilter
  • 2 große Messbecher, oder ähnliches

Das Kaffeemehl in den Becher geben und mit heißem Wasser übergießen. Nach 3 Minuten die Kaffeekruste mit einem Löffel brechen, damit das Mehl an den Boden sinkt. Dann den Kaffee durch den Filter direkt in den zweiten Messbecher auf das Eis gießen.

Wer möchte, kann den Kaffee auch klassisch und direkt auf das Eis aufgießen, oder die Filterkaffeemaschine die Arbeit machen lassen. Das bleibt dem eigenen Können und der Zeit überlassen.

Wenn alles richtig gemacht wurde ist das Resultat in allen Fällen ein kalter, säurebetonter und fruchtiger Kaffee.

Die Kaffee Limo

Hierfür braucht ihr:

  • 1 Liter Iced Brew s.O.
  • Saft von 3 Zitronen, ca. 100-120 ml
  • 100-250 ml Holunderblütensirup, ich empfehle D’Arbo, gibts im gut sortierten Supermarkt

 

Optional, ums Nitro zu machen:

  • Sahnesiphon mit 2 Stickstoff Kapseln

Den Zitronensaft zum Kaffee geben und alles mit Holunderblütensirup abschmecken. Je nachdem wieviel Zitronensaft man verwendet und wie sauer/fruchtig der Kaffee ist, musst die Menge an Sirup angepasst werden. Im Normalfall ist es etwas mehr wie die verwendete Menge an Zitronensaft.

Aber am Ende ist es wie beim Kochen. Einfach abschmecken und selbst entscheiden, wann es süß genug ist. Fertig.

Mach es Nitro

Wenn man jetzt noch etwas Textur dazu geben möchte, kann man die Limo in einen Sahnesiphon füllen und mit 2 Stickstoff- bzw. Sahnekapseln (ist das Gleiche) laden. Der hohe Druck sorgt dafür, dass die Limo eine Konsistenz wie ein cremiges Guinness bekommt. Dabei muss man aber darauf achten, dass die Limo vorher mit einem Sieb von Fruchtfleischstückchen befreit wird, da diese sonst das Ventil vom Siphon verstopfen und dieser undicht wird!

Wer keinen Siphon zur Hand hat, füllt die Limo einfach in eine große Karaffe mit Eiswürfeln und dekoriert das ganze mit ein paar Zitronen- oder Orangenrädern und einem Zweig Minze.

Tip für Griller und Badesee-Gänger:

Wenn man das ganze in eine Plastikflasche (!) füllt und einfriert, hat man den ganzen Tag Eiskaltes zur Hand!

Aber bitte etwas Platz in der Flasche lassen, wenn man keine Sauerei im Tiefkühlfach möchte. Wasser dehnt sich beim gefrieren aus, was selbst Stahl zum platzen bringt.

Für etwas Freude im Glas lässt sich das Ganze übrigens auch um ein paar Tröpfchen Gin oder Süßwein erweitern… 😉

Somit kann der Sommer nun endlich kommen. An der Getränke-Front sind wir jedenfalls bestens gewappnet!

Lasst’s euch schmecken!

Die Sache mit der Frucht im Kaffee

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Für viele ist fruchtiger Kaffee und die damit verbundene Säure sehr gewöhnungsbedürftig und ungewohnt.

Vollbärtige Typen in Holzfällerhemden schwärmen von Aromen wie Himbeere, Blaubeere, Apfel, Zitrone und allem was der Obsthändler sonst noch so hergibt.

Dann probiert man voller Erwartung und was schmeckt man? Kaffee halt.

Ein Großteil von uns hat zuhause gelernt, dass Kaffee stark, schwarz und bitter sein muss und Filterkaffee eher von zweifelhafter Qualität ist. Die Harten trinken ihn schwarz die anderen geben Zucker und Milch dazu.

Daher an dieser Stelle ein paar Worte von einem, der meist Vollbart und gelegentlich auch mal ein Holzfällerhemd trägt.

 

Kaffee zählt als das aromatischste Lebensmittel überhaupt. In  der kleinen Bohne stecken über 1000 verschiedene Aromen. Je nachdem wie man die Bohne verarbeitet, kann man diese aus ihr heraus kitzeln.

Das Feld der Aromen ist recht umfangreich, daher nur soviel:

Aromen sind spezifische Gerüche und Geschmäcke die durch chemische Stoffe oder Stoffverbindungen hervorgerufen werden.

In der Natur wurden bisher um die 10.000 verschiedenen Aromen identifiziert und mit etwas Übung kann der Mensch ein paar 1000 davon auseinanderhalten.

Trifft demnach die richtige Kombination an chemischen Verbindungen auf ein paar unserer 10 Millionen Riechzellen, kann es uns an Omas Apfelkuchen, das Lieblingsparfum oder frisch gebrühten Kaffee erinnern.

Viele Stoffe teilen sich ähnliche oder gleiche Verbindungen, was dazu führt, dass Beispielsweise ein Gläschen Rum Aromen von Vanille, Banane und Schokolade suggeriert, ohne jemals damit in Berührung gekommen zu sein.

Womit wir bei der Feststellung wären, dass ein Kaffee mit frischen Fruchtnoten nicht zwingend mit Apfelsaft gestreckt wurde.

 

Was ist der Unterschied zwischen Säure und Frucht?

Bleiben wir kurz beim Apfel und beleuchten den Unterschied zwischen Säure und Frucht.

Die Unterscheidung dieser Aromen ist nicht immer einfach, wobei eine kleine Gedankenstütze sehr Hilfreich ist.

Unter der Beschreibung „Frucht“ kann man sich den Biss in einen saftigen, reifen, süßen Golden Delicious vorstellen. Der Apfel schmeckt fruchtig und aromatisch, hat aber kaum säure.

Der Biss in einen Granny Smith Apfel hingegen hat einen knackig, frischen und adstringierenden Effekt und wirkt eher sauer statt fruchtig. Wichtig ist hierbei nur, dass die Säure nicht unangenehm wird. Ab welchem Punkt das passiert, muss jeder für sich entscheiden. Ziel sollte es jedoch sein ein möglichst ausgeglichenes Verhältnis zwischen Körper, Süße, Bitterkeit und Säure zu erreichen.

 

Wie kommt die Säure in den Kaffee?

Kaffee enthält um die 100 verschiedenen Säuren. Dazu gehören zum Beispiel Essig- , Apfel-, Zitrus-, Milch- China- und Chlorogensäuren. Sie sind, wer hätte es gedacht, für die Säure in der Tasse verantwortlich.

Durch den Röstvorgang werden vor allem die China- und Chlorogensäuren kontinuierlich abgebaut und zersetzt. Soll heißen, je länger der Kaffee geröstet wird, desto mehr Säuren können zersetz werden und desto weniger Säure kommt in den fertigen Kaffee.

Demnach kann man sich grob daran orientieren, dass…

…Dunkle Röstungen = wenig Säure/Frucht

…Helle Röstungen = betonte Säure/Frucht

Es kommt aber dennoch sehr stark auf den einzelnen Kaffee und die Zubereitung an.

 

Welche Sorten und Regionen haben mehr Säure/Frucht?

Grundlegend kann man sagen, dass Arabica Bohnen mehr Säuren und fruchtige Komponenten enthalten als Bohnen der Sorte Canephora, auch Robusta genannt.

Was Regionen angeht ist besonders Afrikanischer Kaffee, beispielsweise aus Äthiopien und Kenia, für sein frucht- und zitrusbetontes Aromaprofil bekannt.

 

Wie kann man die Säure im Kaffee steuern?

Im Verlauf des Brühens werden zuerst die leichten Aromen und Säuren gelöst. Je länger das Wasser im Kontakt mit dem Kaffee ist, desto mehr Bitterstoffe und schwere Aromen bekommt man.

Ebenfalls ist die Temperatur von Bedeutung. Je heißer das Wasser, desto mehr Stoffe lösen sich und desto kürzer kann im Zweifelsfall die Brühzeit gewählt werden.

Als dritter Faktor ist der Mahlgrad zu betrachten. Je feiner der Mahlgrad, desto stärker die Extraktion und desto mehr Aromen werden in der gleichen Zeit gelöst.

Ein Cold Brew, der mit kaltem Wasser zubereitet wird, ist Beispielsweise sehr arm an Säuren und Bitterstoffen.

Bei der Zubereitung von Espresso ist dieses Verhalten des Kaffees besonders eindrucksvoll. So kann ein Espresso der 25 Sekunden läuft sehr säurebetont sein und mit 30 Sekunden bereits zum bitteren tendieren.

 

Verwendung an der Bar

An der Bar kann Frucht und Säure die Balance in einem Drink empfindlich beeinflussen.

Ein tendenziell süßer Cocktail, wie zum Beispiel ein Espresso Martini, kann durch einen säurebetonten Espresso ausbalanciert werden.

Ein Drink der bereits Säure enthält verlangt hingegen nach einem säurearmen Kaffee.

Der Espresso Tonic ist eines der besten Beispiele dafür, wie wichtig die Wahl des richtigen Kaffees sein kann. Da ein Tonic bereits einiges an Bitterstoffen mitbringt, kann ein zu bitterer Kaffee das Getränk ungenießbar machen.

 

Zusammenfassend…

… kann man also grob sagen:

  • je heller die Röstung, desto fruchtiger der Kaffee
  • je kürzer die Brühzeit, desto mehr Säure
  • je gröber der Mahlgrad, desto milder der Kaffee
  • Afrikanische Kaffees sind in der Regel frucht- & säurebetont

Geschmack und Aroma sind sehr individuelle Dinge, die jeder anders erlebt. Daher sollte man sich, ganz besonders am Anfang, keine Gedanken darüber machen, wenn man vorgegebene Aromen nicht herausschmeckt, oder anders wahrnimmt. In erster Linie soll das ganze  schließlich schmecken!

In diesem Sinne… viel Spaß bei der nächsten Tasse Kaffee!

The Funky Monkey Tonic Kaffee Cocktail

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The Funky Monkey Tonic Coffee Cocktail

Der Sommer kommt. Voraussichtlich auch bei uns.
Damit der Start auch mit einem adäquatem Kaltgetränk gefeiert werden kann, heute eine kleine Kaffee Cocktail Empfehlung.
Zusammen mit dem Betreiber der Patolli Bar in München, Marco Beier, ist dieser gleichermaßen erfrischende, als auch belebend-süffige und vor allem simple Kaffeecocktail entstanden:

 

The Funky Monkey Tonic.

4cl Havana Club 7 Jahre
2cl Giffard Banane du Brésil (Bananenlikör)
5cl Cold Brew Konzentrat
5cl Schweppes Dry Tonic

Einfach alle Zutaten in ein Glas mit Eiswürfeln geben und vorsichtig umrühren. Fertig.

 

Coldbrew Konzentrat:

120 Gr. Kaffee grob gemahlen mit einem Liter kaltem Wasser für 24 Std. bei Raumtemperatur ziehen lassen.

 

Der Kaffee:

Hier sollte zu einem Kaffee mit heller Röstung und geringer Bitterkeit gegriffen werden.
Das Tonic bring bereits einiges an Bitterstoffen mit, wodurch man auf mehr Bitter getrost verzichten kann. Das ist im übrigen auch der häufigste Fehler, der bei einem Coldbrew Tonic begangen wird.
Schokoladige und dunkellbeerige Noten unterstützen die Aromatik des Rums zusätzlich.
Tendenziell kann man sich an Kaffee aus dem Mittel- und Südamerikanischen Raum halten. Ein Natural Kaffee bietet sich hier besonders an. 

 

Tip am Rande:

Wer nicht so viel auf Bananen hält, oder die Hausbar nicht um eine weitere Flasche erweitern möchte, kann statt Bananenlikör auch 1cl (oder mehr) Runny Honey zum süßen verwenden. Runny Honey ist schlicht Honig, der im Verhältnis 2:1 mit warmen Wasser verflüssigt wird. Erleichtert die Verarbeitung im Drink ungemein. Ich bevorzuge bei der Wahl des Honig Akazienhonig, da dieser eher milder und dezenter Natur ist.
Dennoch Empfehle ich, der Banane eine Chance zu geben!

In Diesem Sinne…hoch die Tassen und ran an den Kaffee Cocktail!

Filterkaffee aus der Aeropress

Aeropress-Filterkaffee-Standl-20-Brewing-Bartender-Timon-KaufmannFoto: Alexandra Kasper Photography

Heute geht es um die Aeropress. Eine vielseitig einsetzbare Gerätschaft zur Herstellung von Filterkaffee und einer meiner Favoriten hinter der (Kaffee-)Bar.

Sie ist nicht nur hilfreich zum brühen von Kaffee in allen Variationen und Stärken, sonder auch sehr hilfreich beim Filtern von Flüssigkeiten aller Art.

Neben einem geringen Anschaffungspreis ist sie robust, leicht zu transportieren, leicht zu reinigen und einfach in der Handhabung. Ein Allrounder.

 

Der Aufbau:

Die Aeropress ist eine Kombination aus French Press ( Pressstempelkanne) und einem Pour Over (klassisch aufgegossener Filterkaffee). Bestehend aus einem Zylinder mit Filter und einem Kolben mit dem man das Wasser durch Kaffee und Filter pressen kann.

Das komplette Gerät besteht aus Kunstoffen, was es zum einen leicht und zum anderen sehr robust macht.

 

Die Verwendung:

Die Aeropress ist in der Lage, Filterkaffee in allen Stärken, unabhängig des Mahlgrades zu brühen.

Wie beim Immersionsverfahren kann der Kaffee unbegrenzte Zeit im Wasser ziehen und im Anschluss mit etwas Druck durch einen Papier- oder Permafilter (Filter Disc) gepresst werden. Somit ist man in der Lage, durch einen feinen Mahlgrad und/oder einen längere Ziehzeit sehr konzentrierte Kaffees zu brühen und bei Verwendung eines Papierfilters trotzdem annähernd die Klarheit eines Pour Overs zu bekommen. 

Bei einem klassischen Filterkaffee ist die Brühdauer lediglich über den Mahlgrad und daher nur sehr beschränkt beeinflussbar. 

Zudem eignet sich die Aeropress an der Bar auch zum Filtern kleiner Mengen von Ansätzen, wie z.B. Bitters oder Sirupen.

 

Der Kaffee:

Kaffee aus der Aeropress ist in der Regel intensiver als ein normaler Pour Over (klassisch übergossener Filterkaffee), da durch den Druck mehr Partikel durch den Filter kommen. Er ist aber dennoch filigraner und strukturierter als eine French Press, da die Kaffeeöle im Papierfilter hängen bleiben (Ausnahme: Filter Disc aus Metall).

 

Aeropress Kaffee brühen:

Folgendes wird benötigt:

– 1 Aeropress

– 1 Aeropress Papierfilter oder Filter Disc  

– Wasserkocher

– Kaffeemühle (vorgemahlener Kaffee geht auch, verliert aber schnell an Aroma)

– Timer

– Küchenwaage

– Stabiles Gefäß in das gebrüht werden soll

– Löffel oder Stab zum umrühren

– (im Idealfall) gefiltertes Wasser

– Kaffee der Wahl

Wir verwenden für alle unsere JB Kaffees  folgendes Rezept:

13 Gr. Kaffee auf 220 Gr. Wasser mit einer Infusionszeit von 50 Sekunden und einer Presszeit von 40 Sekunden.

Dieses „Rezept“ muss je nach Kaffee und gewünschtem Ergebnis angepasst werden, ist aber ein guter Startpunkt zum experimentieren.

Teil 1: 

Kolben und Stempel ineinander Stecken und so weit wie möglich auseinander ziehen um Platz für Wasser und Kaffee zu haben. Kaffee abwiegen, mittelfein, bis mittelgrob mahlen und in die Aeropress geben.

Wasser auf 95°C erhitzen.

Den Papierfilter in den Träger der Aeropress legen und mit heißem Wasser übergießen, damit der Papiergeschmack ausgewaschen wird.

Teil 2:

Die Aeropress auf die Wage stellen und tarieren. Den Timer starten und zügig, aber gleichmäßig 220 Gr. Wasser aufgießen.

Dabei darauf achten, dass das komplette Kaffeemehl gleichmäßig benetzt wird. Dann mit einem Stab oder langem Löffel vorsichtig 1-2 mal umrühren und dabei sicher gehen, dass sich kein Kaffeemehl am Boden festgesetzt hat.

Danach den Filterträger mit Papierfilter aufsetzen.

Das ganze sollte in den ersten 50 Sekunden nach dem ersten Kontakt von Kaffee und Wasser passieren. Wenn du schneller bist, warte einfach bis 50 Sekunden erreicht sind.

Teil 3:

Nach den 50 Sekunden Aeropress umdrehen und auf eine Tasse aufsetzen. Den Kaffee mit moderatem und gleichmäßigem Druck in die Tasse befördern. Dieser Vorgang sollte 40 Sekunden dauern, also nicht zu schnell! Somit wären wir bei einer Gesamtfrühzeit von 1:30 Min.

Das Ergebnis ist ein wunderbar strukturierter, aromatischer Kaffee!

Zum Reinigen der Aeropress einfach den Filter wieder abdrehen und den Kaffeepuck in die nächste Mülltonne oder Gartenbeet drücken. Anschließend alles einmal unter lauwarmen Wasser abspülen. Fertig.

Möchte man nun ein Konzentrat brühen, erhöht man einfach die Kaffeemenge, reduziert die Wassermenge und/oder verlängert die Infusionszeit, wobei sich bei letzterem bis zu einem gewissen Grad nur die Bitteraromen verstärken.

 

Wo bekomme ich sowas?

Im gut sortiertem Kaffeegeschäft oder online  für um die 25-30 €

 

An der Bar:

Aeropress Kaffee eignet sich besonders für Drinks bei denen der Kaffee nicht als Filler verwendet wird, da dieser beliebig konzentriert werden kann. Er bringt ein schönes Kaffeearoma in den Drink ohne die starke Aromatik und Säure eines Espressos und funktioniert daher auch sehr gut mit Säure und Zitrus.

The Fresh Prince Coffee Soda

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Eine meiner ersten Spielereien mit Cold Brew. Zusammen mit einem kleinen Schuss Saft für zusätzliche Frische und ein paar Tropfen Sirup für den nötigen Körper eine wunderbar erfrischende Alternative und ein leichter Einstieg für Kaffee-Neulinge.
Der Sommer kommt, das Rezept gibt’s schon jetzt!

Zutaten:

750 ml Cold Brew aus kenianischem Kaffee, mit Zitrus- und Johannisbeer-Noten*
100 ml Johannisbeernektar in Bio Qualität
5 ml Hibuskus-Beeren-Tee-Sirup**

1 Kohlensäure Patron
1 Soda Siphon

Alle Zutaten in den Soda-Siphon geben und mit einer Patrone karbonisieren. Den Siphon kopfüber kräftig schütteln. Danach Patrone entfernen und Siphon kalt stellen.

Auf Eis Servieren und mit einer Zitronenzeste und Johannisbeeren garnieren.

Cold Brew: 60 gr Kaffee auf 1 Ltr Wasser bei mittelgroben Mahlgrad für 24 Stunden ziehen lassen (siehe „How to do the cold brew?“)

** Hibiscus-Beeren-Tee brühen (alternativ nur Hibiskus) und im Verhältnis 1:1 mit Zucker süßen

Ergebnis: Ein wunderbar fruchtiger, koffeinarmer und spritziger Sommerdrink auf Kaffeebasis. Einfach zu produzieren und hält gekühlt einige Tage. Wer möchte kann sich das Getränk mit einem Schuss Süßwein und Cognac zusätzlich etwas aufhübschen.

Cascara – Der Rest vom Schützenfest

Cascara, oder auch Kaffeekirschentee wird auch in unseren Breitengraden immer beliebter. 

An dieser Stelle ein paar klärende Worte zu dem noch eher exotischem Produkt.

Cascara (spanisch: die Fruchtschale) ist im Grunde genommen nur ein Nebenprodukt der Kaffeeherstellung. Entfernt man den Kern aus der Kirsche, bleiben die Schalen mit Resten des Fruchtfleisches zurück. Diese Rückstände werden getrocknet, et voila, Cascara.

Das ganze sollte aber bitte nicht mit “Cascara Sagrada“ verwechselt werden. Hiebei handelt es sich um die getrocknete und gemahlene Rinde des Faulbaumes. Da dieser für seine abführende Wirkung geschätzt wird, könnte der Konsum ungünstige Begleiterscheinungen hervorrufen.

Ein Großteil des anfallenden Cascaras wird nach wie vor entsorgt, bzw. als Kompost oder Tiernahrung verwendet.

Mit dem steigenden Interesse an dem Getränk, dass sich irgendwo zwischen Früchtetee und Kaffee ansiedelt, wird Cascara aber auch immer häufiger für den Verkauf aufbereitet.

In den Kaffee produzierenden Ländern gilt der heiße Cascara-Aufguss auch als „Kaffee der Armen“, da Bauern und Pflücker sich Bohnenkaffee oft nicht leisten können.

 

Koffein:

Auch wenn Cascara eher einem Früchtetee als Kaffee ähnelt, enthält das Getränk ebenfalls Koffein.

Koffein dient der Kaffeepflanze als Schutz vor Fressfeinden und Schädlingen. Fruchtfleisch ist in Sachen Nahrungsaufnahme in der Regel interessanter als harte, unverdauliche Kerne, daher ist eine weit verbreitete Annahme, dass Cascara mehr Koffein enthält, als Kaffeebohnen. Muss schließlich besser geschützt werden.

Zudem empfinden viele Konsumenten den Genuss von Cascara-Tee als deutlich „belebender“ als Kaffee, was diese Annahme zusätzlich unterstreicht.

Anette Moldvaer vom Square Mile Blog (http://www.squaremileblog.com/2013/08/30/cascara-and-caffeine/) wollte es etwas genauer wissen und hat eine Probe an ein deutsches Labor geschickt um diese auf ihren Koffeingehalt überprüfen zu lassen.

Das Ergebnis war dahingehen überraschend, dass der Koffeingehalt im Cascara deutlich unter dem von Kaffee lag. Während der analysierte Cascara mit 111.4 mg Koffein/Ltr zu Buche schlug, konnte Kaffee mit 400-800 mg Koffein/Ltr aufwarten. Die Brühdauer hat hierbei keinen großen Einfluss auf das Ergebnis gehabt.

Die Werte können natürlich abhängig von der Pflanze variieren. Dennoch scheint die Annahme, dass Cascara mehr Koffein enthält als Kaffee, unwahrscheinlich.

 

Zubereitung:

Bei der Zubereitung gibt es nicht sonderlich viel zu beachten. Im Grunde genommen wird Cascara wie ein Tee aufgegossen. Hierbei kann man je nach Gusto um die 2-4 Gramm je 100 ml Wasser verwenden. Die Ziehzeit sollte um die 4 Minuten betragen. Die Wassertemperatur sollte sich dabei um die 92-95 °C bewegen. Wenn man das Wasser einmal aufkocht und vom Herd nimmt, sollte man nach 30-60 Sekunden in etwa im gewünschten Temperaturbereich liegen.

Die Zubereitung eines Cold Brew ist ebenfalls möglich. Hierbei kann die Menge etwas erhöht werden und sollte um die 24 Stunden ziehen.

In den Ursprungsländern des Kaffees werden die Kirschen ebenfalls seit Jahrhunderten als Tee Zubereitet. Oft auch unter Zugabe von Gewürzen wie Ingwer, Zimt oder Muskatnuss, welches dann Namen wie „Hashara“ (Äthiopien) oder “Qisher“ (Yemen) trägt.

Wer Anregung für ein Cascara Rezept in dieser Richtung sucht, findet diese hier.

Mittlerweile gibt es auch schon fertige Limonaden zum Kauf. Ein Beispiel wäre das aus Berlin kommende Selo Soda.  

 

Aroma:

Cascara hat geschmacklich mit Kaffee nicht viel gemeinsam. Der Tee schmeckt süßlich, fruchtig mit erdigen Noten begleitet von Hibiskus, Hagebutte, Kirsche, Tabak und Johannisbeere.

 

Kauf:

Kaufen kann man Cascara gelegentlich im 3rd Wave Coffeeshop des Vertrauens oder im Internet. 

Oft tendiert Cascara von gewaschenem Kaffee zur Schimmelbildung, da die Schalen eine hohe Restfeuchte besitzen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte daher zu einem trocken aufbereitetem Produkt greifen. 

 

Cascara an der Bar:

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Korn-Cascara-Infusion-Ostholsteiner

An der Bar eignet sich Cascara besonders für Infusionen. Hierzu einfach wie einen Cold Brew zubereiten. Das Aromatisieren im Sous Vide Verfahren ist ebenfalls sehr zu empfehlen, da weniger Material benötigt und ein intensiveres Ergebnis mit höherer eigensüße erzielt werden kann.

Als Cascara Gin/Vodka Tonic eine zugleich belebende, als auch erfrischende Longdrink-Variante!

Im Sirup wirkt Cascara eher zurückhalten und dezent.

Viel Spaß beim experimentieren!

Cheers!

 

Washed oder lieber natural?

Brewing Bartender Munich

Ein Großteil, der Kaffeetrinker wissen auf die Frage, welche Aufbereitungsart sie bevorzugen, keine Antwort.

Aber wie auch beim Wein, gibt es viele Faktoren die das Aroma des Kaffees beeinflussen.

Die sogenannte Aufbereitung, also der Schritt von der Frucht zur ungerösteten Rohbohne, ist einer davon. Er beeinflusst den Charakter des gebrühten Kaffees erheblich.

Es gibt im Grunde genommen 3 maßgebliche Methoden.

  • nasse Aufbereitung (auch: washed, wet processed)
  • trockene Aufbereitung (auch: natural, dry processed)
  • halbtrockene Aufbereitung (auch: natural pulped, semi-washed, wet-hulled, honey processed)

 

Das Verfahren:

Am weitesten verbreitet ist die nasse Aufbereitung.

Hierbei wird die mit Hilfe eines sogenannten „Pulpers“ der Kirschkern (spätere Bohne) aus der Frucht gequetscht. Im Anschluss kommen die Kerne in ein Wasserbad wo sie mit Hilfe von Mikroben (mikroskopisch kleine Lebewesen/Organismen) für kurze Zeit fermentiert werden bzw. gären. Dieser Vorgang dient dazu, die Fruchtreste an der Bohne zu zersetzen um sie im Anschluss leicht entfernen zu können. Danach werden die Bohnen gewaschen und getrocknet.

Zu erkennen sind die Bohnen normalerweise an einem hellen Mittelsteg.

Diese Aufbereitungsmethode steht jedoch immer stärker in der ökologischen und ökonomischen Kritik. Für eine Tasse Filterkaffee werden durch Anbau, Aufbereitung und Zubereitung an die 140 Liter Wasser benötigt. Man braucht keine große Vorstellungskraft um zu erkennen, dass dieser hohe Bedarf an Wasser in Anbauländern wie Afrika, Indien und Co zu Problemen führen kann.

Brewing Bartender Munich

Kaffee-Bohne-gewaschen

Die zweithäufigste Methode ist die trockene Aufbereitung.

Hierbei wird die Kirsche wie sie ist in die Sonne gelegt und kurzen Intervallen gewendet, bis sie ausreichend getrocknet ist. Das führt dazu, dass die Frucht im inneren anfängt zu fermentieren/gären. Die dabei entstehenden Aromen sowie teile des Fruchtzuckers wandern in die Bohne, was für die besondere Charakteristik verantwortlich ist.

Zu erkennen sind die Bohnen normalerweise an einem dunklen Mittelsteg.

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Kaffee-Bohne-trocken-Aufbereitung

Übrig bleibt die halbtrockene Aufbereitung.

Sie stellt eine Mischform der anderen beiden Aufbereitungsarten dar. Die Kirschen werden erst wie bei der nassen Methode „gepulped“ und im Anschluss wie bei der trockenen Methode getrocknet.

Somit kann diese Art an Kaffee beide geschmacklichen Eigenschaften aufweisen.

Beim Honey Processing wird die Menge an Fruchtfleisch, die zum trocknen an der Bohne verbleibt, bewertet. Hierbei wird meist ein Farbsystem benutzt. Das kann allerdings von Hersteller zu Hersteller variieren. In der Regel kann man aber sagen, je dunkler die Farbe (z.B. Black Honey), desto mehr Fruchtfleisch bleibt zum trocken an der Bohne. Je mehr Fruchtfleisch, desto mehr Fermentation, desto eher ähnelt das Aroma einen trocken Aufbereiteten Kaffee.

Womit wir beim nächsten Punkt währen:

 

Das Aroma:

Nasse Aufbereitung: 

Erzeugt ein klares,  helles Aroma mit ausgeprägter Fruchtigkeit. Meist Zitrus- und helle Beeren- oder Obstnoten

Gut geeignet für Filterkaffee und Weißwein-Trinker.

Trockene Aufbereitung:

Bohnen dieser Art sind bekannt für ihren kräftigen Körper und ihr süßliches, weiches und komplexes Aroma. Oft sind erdige Noten und dunkle Beerenfrucht zu finden.

Aufgrund der Süße als Espresso sehr geschätzt. Der richtige Kaffee für Rotweintrinker.

Halbtrockene Aufbereitung:

Mit dieser Methode kann man sich in beide Richtungen bewegen. Oft etwas mehr Süße und Körper wie ein nass aufbereiteter Kaffee aber mit der Spritzigkeit und Frische eines gewaschenen.

Wohin es geschmacklich geht, entscheidet sich bei der Aufbereitung.

 

An der Bar:

Ob Natural oder Washed, bleibt hier, wie vieles, eine Frage des Geschmacks.

Persönlich verwende in den meisten Fällen gerne Naturals. Zum einen bin ich ein großer Fan, zum andern können Naturals Aufgrund ihres kräftigen Körpers und der komplexen Aromen dem Cocktail etwas mehr entgegensetzten.

Kaffeekirschentee mal anders

brewing bartender Postfach 260264 Munich 08924886821

Eine alternative zum Kaffee gesucht, die wach macht, aber nicht nach Kaffee oder Gummibären schmeckt? Here we go…Cascara.

 

Was war das nochmal?

Cascara, auch Kaffeekirschentee, ist das, was bei der Kaffeeherstellung als „Abfallprodukt“ bzw. Trester zurück bleibt. Sprich, die Schalen und das Fruchtfleisch der Kaffeekirsche.

Geschmacklich erinnert Cascara oft an Hagebutten und rote Beeren mit leicht erdigen Noten.

Klassischerweise wird Cascara als Tee/Infusion getrunken.

 

Auf was muss man beim Kauf achten?

Vor allem nass aufbereiteter Cascara neigt zur Schimmelbildung. Wenn daher eine Wahl besteht, lieber zu trocken aufbereiteten Produkten greifen.

Nicht mit Cascara sagrada verwechseln! Hierbei handelt es sich um die Rinde des Faulbaumes. Wirkt abführend. Kann unschön ausgehen.

 

Woher bekomme ich Cascara?

Im Internet oder beim Third Wave Cafe eures Vertrauens.

 

Der Drink

Cascara-Tee für sich ist relativ unspektakulär. Er erinnert entfernt an einen leichten Hagebutten-Tee mit erdigen, leicht bitteren Noten. 

Mit ein paar zusätzlichen Aromen, lässt sich eine leckere, koffeinhaltige Alternative zum Filterkaffee zubereiten.

Folgendes wird benötigt:

60 gr Cascara

1/2 Vanilleschote

Zesten einer Blutorange

2-3 gr grüner Kardamom

2cl frischer Zitronensaft

1,8 cl Karamellsirup

1 Liter Wasser

Zubereitung:

Vanilleschote aufschneiden,Mark auskratzen und zusammen mit allen anderen Zutaten, bis auf Cascara, Zitrone und Sirup in einen Topf geben. Wasser zum kochen bringen und von der Platte nehmen. Dann 40 gr Cascara dazu geben und 6 Minuten ziehen lassen. Im Anschluss alles durch ein Sieb geben. Restlichen 20 gr Cascara dazu geben. Weitere 6 Minuten ziehen lassen und abermals absieben. Mit Zitronensaft und Karamellsirup abschmecken. Fertig!

In kleinem Teeglas lauwarm (ca. 60 °C) servieren und mit Zitronenzeste abspritzen.

Wer möchte kann das ganze mit etwas Cognac, Arrak und/oder Dry Curacao alkoholisieren.

Cheers!

Cold Brew, Cold Drip, Cold What?

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Cold Brew Immersion Brew Colddrip Brewing Bartender Standl20 Munich Timon Kaufmann

Der Cold Dripper ist eines der auffälligsten Barista Werkzeuge. Und nicht zuletzt deswegen lieben wir Bartender ihn. Er sieht in der Rückbar gut aus, suggeriert Kompetenz, bringt einen Hauch von Wissenschaft in die Bar und hilft, unseren natürliche Spieltrieb mit verschiedensten Aromen zu befriedigen. Keine Spirituose die nicht mit Ihm aromatisiert werden könnte. Ach was sage ich… am liebsten würden wir alles mit ihm infusionieren!

Aber was ist mit Wasser und Kaffee bei der Zubereitung eines Cold Brew Kaffees?

Erstmal gilt es zu klären, um was es hier überhaupt geht.

Unter Cold Brew Coffee versteht man Kaffee, der mit kaltem Wasser „gebrüht“ und über einen längeren Zeitraum hinweg mazeriert wird. Also ein Kaltauszug. Genaue Anleitung zum brühen und mehr Informationen dazu gibt es hier.

Cold Brew sagt dabei lediglich aus, dass der Kaffee mit kaltem Wasser (Raumtemperatur, oder weniger) gebrüht wurde. 

Im Anschluss unterscheidet man die jeweiligen Zubereitungsarten. Die zwei bekanntesten sind hierbei der Immersion Brew und der Cold Drip. 

Immersion Brew ist relativ einfach erklärt. Hierbei wird gemahlener Kaffee in ein Behältnis gefüllt und mit kaltem Wasser übergossen (Engl: immersion = das Eintauchen). In der Regel wird das Gemisch für mehrere Stunden stehen gelassen um die gewünschten Aromen zu extrahieren und im Anschluss durch einen Kaffeefilter gegossen. 

Hierfür gibt es auch spezielle Kannen und Systeme verschiedener Hersteller (z.B. Hario , Filtron  , Toddy). Diese erleichtern die Arbeit, da die Filter bereits integriert sind. Geschmacklich wirken sie sich aber, wenn überhaupt, nur mäßig auf das Ergebnis aus. Eher eine Frage von Style, Geldbeutel und Handling.

Der Cold Drip ist da schon etwas komplexer. Hierbei bedient man sich der sogenannten Perkolation (lat.: percolare = durchsickern). Die hierfür benötigte Gerätschaft nennt sich Cold Dripper bzw. Water Dripper. Meist besteht dieser aus 3 Teilen. Einem Wasserbehälter mit Hahn, einen Substratbehälter mit Filter und einem Auffangbehälter. Hierbei gibt es ebenfalls verschiedenste Hersteller mit Preisen ab ca. 190€, nach oben keine Grenze (z.B. Hario, Coffega)

Um den Kaffee zu extrahieren wird Wasser, je nach Wunsch auch in Form von Eis, in den Wasserbehälter gegeben. Durch den verstellbaren Hahn tropft das Wasser in Substratbehälter auf ein Filterblatt, welches wiederum das Wasser gleichmäßig auf dem darunter befindlichen Substrat (in diesem Fall Kaffeemehl) verteilt. Das Wasser sickert durch das Substrat hindurch und extrahiert es dabei, bis es durch den Filter in den Auffangbehälter tropft. Dieser Vorgang nimmt ebenfalls mehrere Stunden in Anspruch.

Im Anschluss kann sowohl der Immersion Brew, als auch Cold Drip im Kühlschrank in einem geschlossenen Gefäß bis zu 2 Wochen ohne große Verluste aufbewahrt werden.

So weit so gut. Aber worin liegen nun die Unterschiede, abgesehen von der Zubereitung.

Geschmack: 

Vorab ist zu erwähnen, dass der Geschmack in jede Richtung variierbar  ist und es hierbei sehr auf die Zubereitung (Bohne, Mahlgrad, Kaffeemenge, Zeit) ankommt.

Im Allgemeinen kann man jedoch sagen, dass der Immersion Brew im Vergleich zum Cold Drip kräftiger und potenter erscheint. 

Der Cold Drip hingegen wirkt filigraner, differenzierter und zugänglich. 

Um es in den Worten eines Bartenders zu sagen:

Immersion Brew ist eher ein ehrlicher Bourbon Whiskey, der Cold Drip dagegen ein feiner Single Malt.

Handhabung:

Immersion Brew ist denkbar einfach und kann mit den einfachsten Hilfsmitteln Produziert werden. Hierfür eignet sich im Grunde genommen jedes Behältnis. 

Als Filter dient jeder handelsübliche Kaffeefilter, wobei die weißen Filter auf Grund des geringeren Papiergeschmacks zu bevorzugen sind. 

Besonders bei starken (Bar-)Betrieb ist der Immersion Brew aus folgenden Gründen vorteilhaft:

  • Es können in gleicher Zeit große Mengen produziert werden
  • Die Handhabung ist einfach
  • Es wir kein teures Equipment benötigt
  • Das Ergebnis ist sehr konstant
  • Aufgrund des kräftigeren Geschmacksbildes eher für die Verwendung in Cocktails geeignet

Das Ergebnis bei einem Cold Dripper ist bis auf den nuancierteren Geschmack so ziemlich das Gleiche. Ein einfacher Cold Dripper lässt sich mit etwas Erfindungsreichtum für kleines Geld selbst zusammen bauen (z.B. hier). Allerdings sind diese Varianten oft in ihrer Funktion und Präzision eingeschränkt.

Für den laufenden Betrieb einer gut besuchten Bar oder eines Kaffees ist ein Cold Drip Kaffee zudem aus folgenden Gründen schwer integrierbar:

  • Hohe Anschaffungskosten: Wenn man sich nicht selbst einen Cold Dripper basteln möchte, kann man sich auf Kosten von 200€ und mehr einstellen. Da die meisten Bestandteile aus Glas bestehen ist auch mit Bruch zu rechnen
  • Reproduzierbarkeit: Eine gleichbleibende Qualität ist sehr schwer zu gewährleisten. Kaffee reagiert stark auf Wettereinflüsse (Temperatur, Luftfeuchtigkeit), was seine Durchlässigkeit beeinflusst und somit die Sickergeschwindigkeit. Zudem variiert die Tropfgeschwindigkeit je nach Füllstand und muss regelmäßig nachjustiert werden. Geschieht das nicht, ist eine ungleichmäßige Extraktion das Ergebnis
  • Hoher Arbeitsaufwand: Das Ansetzen des Kaffees ist verhältnismäßig aufwändig. Der Brühvorgang muss regelmäßig überwacht werden um ein gleichmäßiges Tropfen zu garantieren. Zudem entsteht durch die vielen Einzelteile ein hoher Reinigungsaufwand.
  • Geringer Produktionsmenge: Die Standartgrößen fassen in der Regel in etwa +/- 1 Liter. Es gibt Geräte mit höherem Volumen, diese sind jedoch auch entsprechend teurer. Bei einer Brühzeit von bis zu 24 Std ist der Verbrauch bei nur einem Gerät somit sehr limitiert

Fazit:

Sprechen wir rein über den Geschmack und den Purgenuss lässt sich streiten, welches der Kaffee der Wahl ist. 

Selbst in einschlägigen Kaffeebars ist der Cold Drip aufgrund der oben genannten Gründe jedoch recht selten anzutreffen. Er ist eher eine Besonderheit, entwickelt für absolute Kaffeeliebhaber die den Genuss zelebrieren möchten.

Für den kommerziellen Gebrauch eignet er sich nur bedingt.

Daher ist für mich, gerade im Bereich der Bar, der Immersion Brew die bessere Wahl. Zumal der Kaffee in den meisten Fällen als Cocktailzutat Verwendung findet.

Wenn man einen Cold Dripper hat, spricht aber natürlich nichts dagegen diesen auch zu verwenden! Und der Effekt den das Gerät auf Gäste hat ist schließlich auch nicht zu verachten…

fragen? kontaktieren sie mich!

timon kaufmann

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