NitroBrew’s NitroBrew

Brewing Bartender, Postfach 260264, 80059 München

Kalter Kaffee ist nicht mehr das, was er mal war. Mittlerweile trinkt man ihn freiwillig. Und das sogar gerne. Das hat selbst die große Kaffeehaus-Kette mir der Meerjungfrau verstanden.

Als wäre das Ganze nicht schon verrückt genug (Kalter Kaffee? Whaat??) haben sich ein paar findige Köpfe gedacht, stecken wir den Kaffee doch in ein Fass, füllen Stickstoff dazu und schießen das Ganze durch eine Zapfanlage. Spart Zeit, Geld und sieht cool aus. Et voila, der Nitro Coldbrew Kaffee war geboren.

 

Im Detail handelt es sich bei Nitro Coldbrew um Kaffee der in eine Zapfanlage gefüllt und mit Hilfe von Stickstoff unter großem Druck durch eine feine Düse, in die ein kleines Lochblech eingearbeitet ist, gedrückt wird. Dabei wird der Kaffee extrem fein verwirbelt, was zur Folge hat, dass dieser eine kompakte Schaumkrone mit seidiger Konsistenz bekommt. Ähnlich wie bei einem frisch gezapften Guiness.

Geschmacklich hat das zur Folge, dass der Kaffee frischer und spritziger schmeckt und eine cremige Konsistenz bekommt.

 

Bisher war dieser Genuss allerdings nur denen vorenthalten, die im Besitz einer Zapfanlage waren.

Ein kleines Unternehmen aus den USA mit dem passenden Namen NitroBrew hat sich dem Problem angenommen und versucht eine handlichere Version zu entwickeln. Das Ergebnis ist ein gleichnamiges Gerät, dass es ermöglicht, ohne großen Aufwand und Platz einzelne Portionen zuzubereiten.

Freundlicherweise habe ich ein Exemplar zur Verfügung gestellt bekommen und konnte es ausgiebig testen um meine Erfahrungen damit zu teilen.

So soll es sein.

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Kompressor mit Ladestation

Lieferumfang:

 

Für aktuell 355 $ nicht ganz günstig, aber immer noch weit unter dem Preis einer Zapfanlage, bekommt man das Home Kit mit Kompressor. Dieses beinhaltet einen NitroBrew Kessel, einen Kompressor mit Druckminderer und Stickstoff-Filter, die Ladestation inklusive Schlauch zum Laden des Kessels und etwas doppelseitiges Klebeband. Alles was man braucht um loszulegen.

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Ladestation

Verarbeitung:

 

Der Kompressor und der Edelstahl-Kessel machen einen hochwertigen und soliden Eindruck. Einzig der angelötete Kunststoff-Griff des Kessels wirkt, als würde er bei zu starker Beanspruchung seinen Dienst schnell quittieren. Es wird in der Anleitung bereits darauf hingewiesen, dass dieser nicht zum schütteln des Kessels geeignet ist.

Die Ladestation ist ebenfalls aus leichtem Kunststoff. Das sollte aber auch auf lange Sicht kein Problem sein, da diese keiner großen Belastung ausgesetzt ist.

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Stickstofffilter mit Druckregler

 

Aufbau:

 

Denkbar einfach. Der Schlauch lässt sich ohne weitere Probleme und Werkzeug mit Kompressor und Dockingstation verbinden. Die Station selbst kann, muss aber nicht, auf oder unter dem Tresen befestigt werden. Sobald der Kompressor eingesteckt und angeschaltet ist, kann man loslegen.

Der für den Kessel empfohlene Maximaldruck von 45psig ist am Kompressor bereits voreingestellt, kann mit einem Handgriff aber auch justiert werden.

Alternativ zu dem Kompressor kann der NitroBrewer auch an eine Stickstoffflasche angeschlossen werden. Hierzu wird aber zusätzliches Zubehör benötigt.

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Druckanzeige und Druckregler

 

Handhabung:

 

Der Ablauf ist sehr simpel. Maximal 12oz (ca. 350 ml) Flüssigkeit werden in den Kessel gefüllt, der dann mit Hilfe der Ladestation und dem Kompressor mit Stickstoff geladen wird. Im Anschluss wird das Ganze kurz geschüttelt und ins Glas gegeben.

UPDATE#1:  Wie ich erfahren habe, lässt sich der Kessel auch problemlos mit mehr als 12 oz befüllen. Die angegebenen 12 oz sind lediglich ein Richtwert.

Erfreulicherweise ist es genau so einfach wie es sich anhört. Zumindest hatte ich bisher keinerlei Probleme damit.

Einzig wenn der Deckel des Kessels nicht genau ausgerichtet ist, benötigt er ein bisschen Starthilfe in Form von kurzem Andrücken des Deckels. Dadurch kann sich der Druck besser Aufbauen und der Dichtungsgummi schließt wieder wie er soll.

Um den Kessel komplett zu laden braucht der Kompressor in etwa 20 Sekunden.

UPDATE#2: Je höher der Füllstand im Kessel, desto kürzer ist auch die Zeit zum Laden des Kessels. Die 20 Sekunden beziehen sich auf eine Füllmenge von 12 oz.

 

Die Reinigung ist ebenfalls problemlos , da das Gerät spülmaschinenfest ist.

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Ladevorgang NitroBrew

Anwendung und Ergebnis:

 

Bier:

 

Eines der Hauptargumente von Seiten NitroBrew ist die Verwendung für Bier. Funktioniert auch wunderbar. Allerdings sollte man dabei beachten, dass sich durch den Stickstoff die Kohlensäure verabschiedet. Denen, die auf ein bisschen Bewegung im Bier nicht verzichten möchten sei daher geraten, nur einen Teil des Bieres unter Druck zu setzten und den Rest lediglich damit aufzugießen.

 

Kaffee:

 

Steckenpferd Nummer 2 ist der Kaffee. Zweifels ohne eine wunderbare Sache!

Einzige kleine Einschränkung ist, dass die Schaumkrone im Vergleich zu einem Nitro Colbrew aus der Zapfanlage etwas schneller zusammenfällt, somit auch die Textur verschwindet und der Schaum nicht ganz so kompakt wirkt.

Je länger man dem Kaffee Zeit gibt, sich im Fass mit dem Stickstoff anzureichern, desto kompakter und langlebiger wird in der Regel auch der Schaum. Diese Zeit fehlt beim NitroBrew logischerweise.

Für den schnellen Genuss einer einzelnen Tasse ist es aber dennoch eine Alternative, vor allem wenn man den Kosten-, Platz- und Wartungsaufwand einer Zapfanlage in Betracht zieht.

Gibt man Milch dazu verbessert sich die Stabilität des Schaumes um einiges. Ein großer Vorteil, zumal man Milch nicht unbedingt in seiner Zapfanlage haben möchte und individueller auf den Gast eingehen kann.

Aber auch ein bisschen Zucker macht bereits einen Unterschied. Bestes Beispiel hierfür ist die Nitro Coffee Limo.

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Cocktails:

 

Aus sich eines Bartenders natürlich sehr interessant. Für mich auch die ergiebigste Kategorie und das größte Potenzial.

Es lassen sich sowohl Shortdrinks als auch Longdrinks verarbeiten. Allerdings ein nicht ganz ungefährliches Vergnügen. Ein Nitro-Manhattan ist nämlich eine ziemlich süffige Angelegenheit.

Drinks mit Eiweiß oder Emulgatoren wie Xanthan erhalten durch dieses  Verfahren eine unglaublich cremige Konsistenz und Textur.

Es ist zudem möglich die Drink samt Eis direkt im Kessel zuzubereiten und zu shaken, was das ganze erleichtert. Das Getränk auf Eis zu servieren bietet sich allerdings nicht an, da der Schaum dadurch sehr schnell in sich zusammen fällt.

Nur auf Fruchtfleisch sollte man achten, da dieses die kleine Düse sehr schnell verstopfen kann.

 

Sonstiges:

 

Im Grunde genommen kann alles was Flüssig ist auch „genitroed“ werden. Einzig Flüssigkeiten über 50 °C verträgt das Gerät nicht.

Safte, Milchshakes, Weine, Spirituosen… und einen Schritt weiter gedacht, eine Nitro-Gazpacho?!

 

Fazit:

 

Der NitroBrew Kettle ist ein sehr vielseitig einsetzbares Gerät, dass der Kreativität nur wenige Grenzen aufzeigt. Auch wenn es in Sachen Standfestigkeit und Konsistenz des Schaumes nicht ganz an eine Zapfanlage heranreicht ist es doch eine günstigere, flexiblere und platzsparendere Alternative, die sich nicht zu verstecken braucht.

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Kinda Americano

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Zurück aus der Sommerpause und gerade noch rechtzeitig für den perfekten Aperitivo für laue Spätsommer Abende!

Der „Kinda Americano“

Viele Kollegen aus der Gastronomie werden das Problem kennen, wenn am frühen Abend ein Americano bestellt wird. Kaffee oder Cocktail? Jetzt geht beides!

So einfach die Kombination auch sein mag, umso besser schmeckt sie! Mit wenigen Schritten auch zuhause schnell und einfach zubereitet.

Zutaten:

3 cl Campari
3 cl Roter Wermut mit Kaffee Infusion*
6 cl Soda Wasser oder Sprudel
1 Schnitz Orange

Alle Zutaten auf Eis in einen Tumbler oder ein Longdrink Glas geben und einmal vorsichtig umrühren, damit die Kohlensäure auch drin bleibt. Die Orange leicht andrücken und dazu geben.

Kaffee Infusion:

Im Grunde genommen genau wie ein Coldbrew produziert, wird das Wasser durch roten Wermut ersetzt.
Auf 500 ml Wermut 30 gr grob gemahlenen Kaffee und beides bei Zimmertemperatur für 24 Stunden ziehen lassen. Danach filtern und gekühlt aufbewahren.
Die Wahl des Wermuts ist jedem selbst überlassen. Erlaubt ist was schmeckt, oder von der letzen Party übrig geblieben ist. Ich persönliche bin ein großer Fan von Merwut, Dolin oder La Quintinye.
Bei der Wahl des Kaffees sollte auf einen würzigen, vollmundigen Kaffee zurück gegriffen werden (z.B. Kolumbien, Guatemala, Brasilien). Dabei gilt: je bitterer der Wermut, desto heller sollte die Röstung sein, da das Ganze bei zu dunkler Röstung schnell zu bitter wird.

Tip:

Wer es etwas härter mag, kann das Soda auch durch 6cl Prosecco, oder für die ganz Harten mit 3 cl Bourbon oder gereiften Rum ersetzen.

Dann genießt mal schön die letzten Sonnenstrahlen und viel Spaß beim Nachmixen!

Der Razzpresso

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Der Razz-Presso

Wenns draußen dann wirklich mal warm sein sollte hält sich das verlangen nach einem Heißgetränk meist in Grenzen.

Der Razz-Presso ist eine wunderbar erfrischend-fruchtige Alternative für alle, die dennoch nicht auf den schnellen Koffeinkick zwischendurch verzichten möchten.

Hier das Rezept zum Kaffee-Glück:

Zutaten:

1 frischer doppelter Espresso (ca. 40ml)

20 ml frischer Zitronensaft

1 gehäufter Teelöffel Vanille- oder Puderzucker

3 TK-Himbeeren

Eiswürfel

Zubereitung:

Alle Zutaten kräftig shaken und durch ein Teesieb auf Eis abseihen und mit Himbeeren garnieren.

Tipp: Wer keinen Shaker zur Hand hat, kann sich auch mit einem Marmeladenglas oder allen anderen, dicht verschließbaren Behältnissen helfen.

Je nachdem wieviel Säure der Espresso bereit hält, kann man die Menge an Zucker dosieren und nach eigenem Gusto anpassen.

Wer’s gerne mit Schuss mag, kann das Ganze mit etwas gereiftem Rum, oder Haselnusslikör (z.B. Frangelico) erweitern.

Viel Spaß beim nachmixen und immer schön frisch bleiben!

(Nitro) Kaffee Limo

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Wenn die Temperatur um einen herum steigt, freut man sich, wenn sie im Glas zum Ausgleich sinkt. Eine eiskalte, erfrischende Limonade ist an heißen Tagen daher oft lieber gesehen, als ein dampfender Brühkaffee.

Wer aber dennoch einen kleinen Koffein-Schub braucht und etwas anderes als Coldbrew trinken möchte, der sollte es unbedingt mit einer Nitro Kaffee Limo probieren! Eine geschmeidige Kombination aus Filterkaffee Zitronensaft und Holunderblütensirup. Funktioniert nicht? Aber hallo!

Wer sich die Mühe nicht selbst machen möchte, kann gerne bei uns im Café vorbeikommen. Für alle anderen folgt hier das Rezept.

Als Basis dient ein fruchtiger Iced Brew.

Hierfür wird der Kaffee der Wahl direkt auf Eiswürfel, oder noch besser, zerschlagenem Eis gebrüht. Das hat den Effekt, dass der oxidative Prozess, dem der Kaffee nach dem brühen ausgesetzt ist, durch das Herunterkühlen verlangsamt wird und der Kaffee dadurch seine Spritzigkeit behält. Demnach sei erwähnt, dass der Kaffee, der seit morgens um 8:00 Uhr auf dem Herd steht und mittlerweile kalt ist nicht geeignet ist. Es sei denn man steht auf bitteren, abgestandenen Filterkaffee.

Der Kaffee

Ich habe mich in diesem Fall für einen hell gerösteten Kenianischen Kaffee entschieden.

Um einen Liter Kaffee zu produzieren benötigt man:

  • 60 Gramm Kaffee, grob gemahlen (in etwa die Größe von Quinoa)
  • 750 gr/ml Wasser mit 94°C, optimalerweise gefiltert
  • 250 gr/ml Eis
  • Kaffeefilter
  • 2 große Messbecher, oder ähnliches

Das Kaffeemehl in den Becher geben und mit heißem Wasser übergießen. Nach 3 Minuten die Kaffeekruste mit einem Löffel brechen, damit das Mehl an den Boden sinkt. Dann den Kaffee durch den Filter direkt in den zweiten Messbecher auf das Eis gießen.

Wer möchte, kann den Kaffee auch klassisch und direkt auf das Eis aufgießen, oder die Filterkaffeemaschine die Arbeit machen lassen. Das bleibt dem eigenen Können und der Zeit überlassen.

Wenn alles richtig gemacht wurde ist das Resultat in allen Fällen ein kalter, säurebetonter und fruchtiger Kaffee.

Die Kaffee Limo

Hierfür braucht ihr:

  • 1 Liter Iced Brew s.O.
  • Saft von 3 Zitronen, ca. 100-120 ml
  • 100-250 ml Holunderblütensirup, ich empfehle D’Arbo, gibts im gut sortierten Supermarkt

 

Optional, ums Nitro zu machen:

  • Sahnesiphon mit 2 Stickstoff Kapseln

Den Zitronensaft zum Kaffee geben und alles mit Holunderblütensirup abschmecken. Je nachdem wieviel Zitronensaft man verwendet und wie sauer/fruchtig der Kaffee ist, musst die Menge an Sirup angepasst werden. Im Normalfall ist es etwas mehr wie die verwendete Menge an Zitronensaft.

Aber am Ende ist es wie beim Kochen. Einfach abschmecken und selbst entscheiden, wann es süß genug ist. Fertig.

Mach es Nitro

Wenn man jetzt noch etwas Textur dazu geben möchte, kann man die Limo in einen Sahnesiphon füllen und mit 2 Stickstoff- bzw. Sahnekapseln (ist das Gleiche) laden. Der hohe Druck sorgt dafür, dass die Limo eine Konsistenz wie ein cremiges Guinness bekommt. Dabei muss man aber darauf achten, dass die Limo vorher mit einem Sieb von Fruchtfleischstückchen befreit wird, da diese sonst das Ventil vom Siphon verstopfen und dieser undicht wird!

Wer keinen Siphon zur Hand hat, füllt die Limo einfach in eine große Karaffe mit Eiswürfeln und dekoriert das ganze mit ein paar Zitronen- oder Orangenrädern und einem Zweig Minze.

Tip für Griller und Badesee-Gänger:

Wenn man das ganze in eine Plastikflasche (!) füllt und einfriert, hat man den ganzen Tag Eiskaltes zur Hand!

Aber bitte etwas Platz in der Flasche lassen, wenn man keine Sauerei im Tiefkühlfach möchte. Wasser dehnt sich beim gefrieren aus, was selbst Stahl zum platzen bringt.

Für etwas Freude im Glas lässt sich das Ganze übrigens auch um ein paar Tröpfchen Gin oder Süßwein erweitern… 😉

Somit kann der Sommer nun endlich kommen. An der Getränke-Front sind wir jedenfalls bestens gewappnet!

Lasst’s euch schmecken!

The Funky Monkey Tonic Kaffee Cocktail

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The Funky Monkey Tonic Coffee Cocktail

Der Sommer kommt. Voraussichtlich auch bei uns.
Damit der Start auch mit einem adäquatem Kaltgetränk gefeiert werden kann, heute eine kleine Kaffee Cocktail Empfehlung.
Zusammen mit dem Betreiber der Patolli Bar in München, Marco Beier, ist dieser gleichermaßen erfrischende, als auch belebend-süffige und vor allem simple Kaffeecocktail entstanden:

 

The Funky Monkey Tonic.

4cl Havana Club 7 Jahre
2cl Giffard Banane du Brésil (Bananenlikör)
5cl Cold Brew Konzentrat
5cl Schweppes Dry Tonic

Einfach alle Zutaten in ein Glas mit Eiswürfeln geben und vorsichtig umrühren. Fertig.

 

Coldbrew Konzentrat:

120 Gr. Kaffee grob gemahlen mit einem Liter kaltem Wasser für 24 Std. bei Raumtemperatur ziehen lassen.

 

Der Kaffee:

Hier sollte zu einem Kaffee mit heller Röstung und geringer Bitterkeit gegriffen werden.
Das Tonic bring bereits einiges an Bitterstoffen mit, wodurch man auf mehr Bitter getrost verzichten kann. Das ist im übrigen auch der häufigste Fehler, der bei einem Coldbrew Tonic begangen wird.
Schokoladige und dunkellbeerige Noten unterstützen die Aromatik des Rums zusätzlich.
Tendenziell kann man sich an Kaffee aus dem Mittel- und Südamerikanischen Raum halten. Ein Natural Kaffee bietet sich hier besonders an. 

 

Tip am Rande:

Wer nicht so viel auf Bananen hält, oder die Hausbar nicht um eine weitere Flasche erweitern möchte, kann statt Bananenlikör auch 1cl (oder mehr) Runny Honey zum süßen verwenden. Runny Honey ist schlicht Honig, der im Verhältnis 2:1 mit warmen Wasser verflüssigt wird. Erleichtert die Verarbeitung im Drink ungemein. Ich bevorzuge bei der Wahl des Honig Akazienhonig, da dieser eher milder und dezenter Natur ist.
Dennoch Empfehle ich, der Banane eine Chance zu geben!

In Diesem Sinne…hoch die Tassen und ran an den Kaffee Cocktail!

The Fresh Prince Coffee Soda

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Eine meiner ersten Spielereien mit Cold Brew. Zusammen mit einem kleinen Schuss Saft für zusätzliche Frische und ein paar Tropfen Sirup für den nötigen Körper eine wunderbar erfrischende Alternative und ein leichter Einstieg für Kaffee-Neulinge.
Der Sommer kommt, das Rezept gibt’s schon jetzt!

Zutaten:

750 ml Cold Brew aus kenianischem Kaffee, mit Zitrus- und Johannisbeer-Noten*
100 ml Johannisbeernektar in Bio Qualität
5 ml Hibuskus-Beeren-Tee-Sirup**

1 Kohlensäure Patron
1 Soda Siphon

Alle Zutaten in den Soda-Siphon geben und mit einer Patrone karbonisieren. Den Siphon kopfüber kräftig schütteln. Danach Patrone entfernen und Siphon kalt stellen.

Auf Eis Servieren und mit einer Zitronenzeste und Johannisbeeren garnieren.

Cold Brew: 60 gr Kaffee auf 1 Ltr Wasser bei mittelgroben Mahlgrad für 24 Stunden ziehen lassen (siehe „How to do the cold brew?“)

** Hibiscus-Beeren-Tee brühen (alternativ nur Hibiskus) und im Verhältnis 1:1 mit Zucker süßen

Ergebnis: Ein wunderbar fruchtiger, koffeinarmer und spritziger Sommerdrink auf Kaffeebasis. Einfach zu produzieren und hält gekühlt einige Tage. Wer möchte kann sich das Getränk mit einem Schuss Süßwein und Cognac zusätzlich etwas aufhübschen.

Kaffeekirschentee mal anders

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Eine alternative zum Kaffee gesucht, die wach macht, aber nicht nach Kaffee oder Gummibären schmeckt? Here we go…Cascara.

 

Was war das nochmal?

Cascara, auch Kaffeekirschentee, ist das, was bei der Kaffeeherstellung als „Abfallprodukt“ bzw. Trester zurück bleibt. Sprich, die Schalen und das Fruchtfleisch der Kaffeekirsche.

Geschmacklich erinnert Cascara oft an Hagebutten und rote Beeren mit leicht erdigen Noten.

Klassischerweise wird Cascara als Tee/Infusion getrunken.

 

Auf was muss man beim Kauf achten?

Vor allem nass aufbereiteter Cascara neigt zur Schimmelbildung. Wenn daher eine Wahl besteht, lieber zu trocken aufbereiteten Produkten greifen.

Nicht mit Cascara sagrada verwechseln! Hierbei handelt es sich um die Rinde des Faulbaumes. Wirkt abführend. Kann unschön ausgehen.

 

Woher bekomme ich Cascara?

Im Internet oder beim Third Wave Cafe eures Vertrauens.

 

Der Drink

Cascara-Tee für sich ist relativ unspektakulär. Er erinnert entfernt an einen leichten Hagebutten-Tee mit erdigen, leicht bitteren Noten. 

Mit ein paar zusätzlichen Aromen, lässt sich eine leckere, koffeinhaltige Alternative zum Filterkaffee zubereiten.

Folgendes wird benötigt:

60 gr Cascara

1/2 Vanilleschote

Zesten einer Blutorange

2-3 gr grüner Kardamom

2cl frischer Zitronensaft

1,8 cl Karamellsirup

1 Liter Wasser

Zubereitung:

Vanilleschote aufschneiden,Mark auskratzen und zusammen mit allen anderen Zutaten, bis auf Cascara, Zitrone und Sirup in einen Topf geben. Wasser zum kochen bringen und von der Platte nehmen. Dann 40 gr Cascara dazu geben und 6 Minuten ziehen lassen. Im Anschluss alles durch ein Sieb geben. Restlichen 20 gr Cascara dazu geben. Weitere 6 Minuten ziehen lassen und abermals absieben. Mit Zitronensaft und Karamellsirup abschmecken. Fertig!

In kleinem Teeglas lauwarm (ca. 60 °C) servieren und mit Zitronenzeste abspritzen.

Wer möchte kann das ganze mit etwas Cognac, Arrak und/oder Dry Curacao alkoholisieren.

Cheers!

Cold Brew, Cold Drip, Cold What?

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Cold Brew Immersion Brew Colddrip Brewing Bartender Standl20 Munich Timon Kaufmann

Der Cold Dripper ist eines der auffälligsten Barista Werkzeuge. Und nicht zuletzt deswegen lieben wir Bartender ihn. Er sieht in der Rückbar gut aus, suggeriert Kompetenz, bringt einen Hauch von Wissenschaft in die Bar und hilft, unseren natürliche Spieltrieb mit verschiedensten Aromen zu befriedigen. Keine Spirituose die nicht mit Ihm aromatisiert werden könnte. Ach was sage ich… am liebsten würden wir alles mit ihm infusionieren!

Aber was ist mit Wasser und Kaffee bei der Zubereitung eines Cold Brew Kaffees?

Erstmal gilt es zu klären, um was es hier überhaupt geht.

Unter Cold Brew Coffee versteht man Kaffee, der mit kaltem Wasser „gebrüht“ und über einen längeren Zeitraum hinweg mazeriert wird. Also ein Kaltauszug. Genaue Anleitung zum brühen und mehr Informationen dazu gibt es hier.

Cold Brew sagt dabei lediglich aus, dass der Kaffee mit kaltem Wasser (Raumtemperatur, oder weniger) gebrüht wurde. 

Im Anschluss unterscheidet man die jeweiligen Zubereitungsarten. Die zwei bekanntesten sind hierbei der Immersion Brew und der Cold Drip. 

Immersion Brew ist relativ einfach erklärt. Hierbei wird gemahlener Kaffee in ein Behältnis gefüllt und mit kaltem Wasser übergossen (Engl: immersion = das Eintauchen). In der Regel wird das Gemisch für mehrere Stunden stehen gelassen um die gewünschten Aromen zu extrahieren und im Anschluss durch einen Kaffeefilter gegossen. 

Hierfür gibt es auch spezielle Kannen und Systeme verschiedener Hersteller (z.B. Hario , Filtron  , Toddy). Diese erleichtern die Arbeit, da die Filter bereits integriert sind. Geschmacklich wirken sie sich aber, wenn überhaupt, nur mäßig auf das Ergebnis aus. Eher eine Frage von Style, Geldbeutel und Handling.

Der Cold Drip ist da schon etwas komplexer. Hierbei bedient man sich der sogenannten Perkolation (lat.: percolare = durchsickern). Die hierfür benötigte Gerätschaft nennt sich Cold Dripper bzw. Water Dripper. Meist besteht dieser aus 3 Teilen. Einem Wasserbehälter mit Hahn, einen Substratbehälter mit Filter und einem Auffangbehälter. Hierbei gibt es ebenfalls verschiedenste Hersteller mit Preisen ab ca. 190€, nach oben keine Grenze (z.B. Hario, Coffega)

Um den Kaffee zu extrahieren wird Wasser, je nach Wunsch auch in Form von Eis, in den Wasserbehälter gegeben. Durch den verstellbaren Hahn tropft das Wasser in Substratbehälter auf ein Filterblatt, welches wiederum das Wasser gleichmäßig auf dem darunter befindlichen Substrat (in diesem Fall Kaffeemehl) verteilt. Das Wasser sickert durch das Substrat hindurch und extrahiert es dabei, bis es durch den Filter in den Auffangbehälter tropft. Dieser Vorgang nimmt ebenfalls mehrere Stunden in Anspruch.

Im Anschluss kann sowohl der Immersion Brew, als auch Cold Drip im Kühlschrank in einem geschlossenen Gefäß bis zu 2 Wochen ohne große Verluste aufbewahrt werden.

So weit so gut. Aber worin liegen nun die Unterschiede, abgesehen von der Zubereitung.

Geschmack: 

Vorab ist zu erwähnen, dass der Geschmack in jede Richtung variierbar  ist und es hierbei sehr auf die Zubereitung (Bohne, Mahlgrad, Kaffeemenge, Zeit) ankommt.

Im Allgemeinen kann man jedoch sagen, dass der Immersion Brew im Vergleich zum Cold Drip kräftiger und potenter erscheint. 

Der Cold Drip hingegen wirkt filigraner, differenzierter und zugänglich. 

Um es in den Worten eines Bartenders zu sagen:

Immersion Brew ist eher ein ehrlicher Bourbon Whiskey, der Cold Drip dagegen ein feiner Single Malt.

Handhabung:

Immersion Brew ist denkbar einfach und kann mit den einfachsten Hilfsmitteln Produziert werden. Hierfür eignet sich im Grunde genommen jedes Behältnis. 

Als Filter dient jeder handelsübliche Kaffeefilter, wobei die weißen Filter auf Grund des geringeren Papiergeschmacks zu bevorzugen sind. 

Besonders bei starken (Bar-)Betrieb ist der Immersion Brew aus folgenden Gründen vorteilhaft:

  • Es können in gleicher Zeit große Mengen produziert werden
  • Die Handhabung ist einfach
  • Es wir kein teures Equipment benötigt
  • Das Ergebnis ist sehr konstant
  • Aufgrund des kräftigeren Geschmacksbildes eher für die Verwendung in Cocktails geeignet

Das Ergebnis bei einem Cold Dripper ist bis auf den nuancierteren Geschmack so ziemlich das Gleiche. Ein einfacher Cold Dripper lässt sich mit etwas Erfindungsreichtum für kleines Geld selbst zusammen bauen (z.B. hier). Allerdings sind diese Varianten oft in ihrer Funktion und Präzision eingeschränkt.

Für den laufenden Betrieb einer gut besuchten Bar oder eines Kaffees ist ein Cold Drip Kaffee zudem aus folgenden Gründen schwer integrierbar:

  • Hohe Anschaffungskosten: Wenn man sich nicht selbst einen Cold Dripper basteln möchte, kann man sich auf Kosten von 200€ und mehr einstellen. Da die meisten Bestandteile aus Glas bestehen ist auch mit Bruch zu rechnen
  • Reproduzierbarkeit: Eine gleichbleibende Qualität ist sehr schwer zu gewährleisten. Kaffee reagiert stark auf Wettereinflüsse (Temperatur, Luftfeuchtigkeit), was seine Durchlässigkeit beeinflusst und somit die Sickergeschwindigkeit. Zudem variiert die Tropfgeschwindigkeit je nach Füllstand und muss regelmäßig nachjustiert werden. Geschieht das nicht, ist eine ungleichmäßige Extraktion das Ergebnis
  • Hoher Arbeitsaufwand: Das Ansetzen des Kaffees ist verhältnismäßig aufwändig. Der Brühvorgang muss regelmäßig überwacht werden um ein gleichmäßiges Tropfen zu garantieren. Zudem entsteht durch die vielen Einzelteile ein hoher Reinigungsaufwand.
  • Geringer Produktionsmenge: Die Standartgrößen fassen in der Regel in etwa +/- 1 Liter. Es gibt Geräte mit höherem Volumen, diese sind jedoch auch entsprechend teurer. Bei einer Brühzeit von bis zu 24 Std ist der Verbrauch bei nur einem Gerät somit sehr limitiert

Fazit:

Sprechen wir rein über den Geschmack und den Purgenuss lässt sich streiten, welches der Kaffee der Wahl ist. 

Selbst in einschlägigen Kaffeebars ist der Cold Drip aufgrund der oben genannten Gründe jedoch recht selten anzutreffen. Er ist eher eine Besonderheit, entwickelt für absolute Kaffeeliebhaber die den Genuss zelebrieren möchten.

Für den kommerziellen Gebrauch eignet er sich nur bedingt.

Daher ist für mich, gerade im Bereich der Bar, der Immersion Brew die bessere Wahl. Zumal der Kaffee in den meisten Fällen als Cocktailzutat Verwendung findet.

Wenn man einen Cold Dripper hat, spricht aber natürlich nichts dagegen diesen auch zu verwenden! Und der Effekt den das Gerät auf Gäste hat ist schließlich auch nicht zu verachten…

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